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Irina Tabunowa: Erwachsenenwelt

In Irina Tabunowas Debütroman „Erwachsenenwelt“ (2007) wartet eine junge Russin auf Anrufe

Von Marina Neubert

Irina Tabunowa, eine junge Journalistin aus Moskau, hat einen ebenso realen wie anrüchigen Debütroman geschrieben: In "Erwachsenenwelt" telefonieren Frauen mit Männern, aber nicht, weil sie es wollen, sondern weil es ihr Beruf ist. Und dabei geht es heftig zur Sache. Denn in einem Vorbereitungskurs haben die Mädels gelernt, ihre Stimme je nach Vorliebe am anderen Ende der Leitung zu verstellen. So haben sie einige Rollen drauf - mal sind sie ein lolitahaftes Mädchen, mal eine derbe Mittfünfzigerin, mal eine erbarmungslose Domina. Der Roman lebt natürlich von dieser Verruchtheit, aber die Frauen, die sich nach der Arbeit abgeschminkt und ermüdet nach Hause schleppen, erwecken schließlich auch viel Sympathie.

(Die Kurzrezension erschien am 12. Oktober 2007 auf der Literaturseite der Berliner Morgenpost)